HPU - KPU

HPU (Hämopyrollactamurie) oder auch die nicht mehr korrekte Bezeichnung KPU (Kryptopyrollurie) kennzeichnen eine genetisch bedingte, also angeborene Porphyrinopathie. Vor vielen Jahren stieß ich erstmals auf das Krankheitsbild, als ich über ADS und ADHS recherchierte. HPU gehört zum Krankheitsbild der Porphyrien, die durch eine genetisch bedingte Enzymstörung bedingt sind.

Diese Störung wirkt sich auf die Synthese des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) aus. In schweren Fällen führt das zu Störungen des Blutbildes. Leichte Fälle leiden vor einigen unter psychischen Beschwerden.

Dazu zählen ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom), ADHS Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom, Depression, Angstzustände, Gelenkschmerzen, blasse Haut vor allem im Gesicht, Gesichtsschwellungen, Muskelkrämpfe, weiße Flecken auf den Nägeln, weicher Zahnschmelz, Haarausfall, Lichtempfindlichkeit, schneller Erschöpfbarkeit, Allergien, Fertilitätstörungen, Medikamenten und Chemikalienunverträglichkeit, fehlende Traumerinnerung, Kopfschmerzen, Migräne, Menstruationsbeschwerden, Infektanfälligkeit, Ödeme, Herz und Gefäßerkrankungen. Wichtig ist hier die Abgrenzung gegen Krankheitsbilder mit ähnlicher Symptomatik, wie MCS (multiple Chemikaliensensitivität) und Mitochondropathie. Es kommt durch HPU zur vermehrten Ausscheidung von Vitamin B6. Vitamin B6 ist ein wichtiger Faktor für die Bildung von Vitamin B3 und Pikolinsäure. Letztere ist beteiligt einer Aufnahme von Mineralien wie Chrom, Zink, Mangan und Magnesium. Es kommt also zu einem Mangel an diesem Mineralien sowie an Vitamin B6 und B3. Früher wurde angenommen, dass die genetische Störung selten sei. Durch Verbesserung der Testverfahren wurde eine Häufigkeit von 5 % bei Männern und 10 % bei Frauen nachgewiesen. MCS ist nicht immer als ein von der HPU unabhängiges Krankheitsbild einzustufen, da durch HPU auch das Cytochrom-P-450 Entgiftungssystem der Leber gestört wird. Gelegentlich wird das Erscheinungsbild der HPU erst durch Stress, Medikamente, Chemikalien oder Infektionen ausgelöst. Das KEAK (klinisch ökologisches Allergiezentrum) stellte bei der Auswertung zahlreicher Daten fest, dass bei HPU-Betroffenen häufig eine Glutenüberempfindlichkeit und gelegentliche Reaktionen auf Kasein und Sojaprotein zu beobachten sei. Gleichzeitig besteht ein Kupferüberschuss, welche durch Aktivierung der Histamin-Abbauenzyme MAO und DAO erniedrigte Histaminspiegel verursachen kann. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Häufig kommt es bei Kindern und Jugendlichen zu erniedrigten Blutzuckerspiegeln und im Erwachsenenalter zu Diabetes mellitus. Nebennierenstörungen sind bei HPU häufig. Die Nebennieren sind wichtig für die Ausschüttung vieler Hormone und vor allem auch der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortison. Damit es auch erklärbar, warum HPU Patienten eine erniedrigte Stresstoleranz haben. Bei psychischen Erkrankungen sollte auch auf HPU untersucht werden. Die mangelnde Traumatrennung kann durch Gabe von Zink verbessert werden. Wird jedoch zu viel Zink verordnet oder es am Abend gegeben, kann es zu intensiven Träumen kommen mit der Folge von Schlafstörungen. Ein behutsames Vorgehen bei der Dosierung von Nahrungsergänzungen ist also notwendig.

Empfehlenswertes Buch über HPU von Dr. John Kammsteg, in dem einige Passagen von mir stammen, zeige ich Ihnen hier:

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Dr. med. Thorsten Muthorst