Therapie mit naturidentischen Hormonen für Frauen

(natuidentische Hormone werden auch als bioidentische Hormone bezeichnet)

 

Behandlung auch online (über Skype oder Telefon) möglich nach einmaligen Besuch in der Praxis im Rahmen der Änderung des Fernbehandlungsgesetzes. 

 

Folgende Symptome können bei Mangel an Geschlechtshormonen oder DHEA sowie Schilddrüsenfehlfunktionen auftreten:

 

Antriebslosigkeit, Energiemangel, Grübelneigung, Nervosität, Panikattacken, Ängste (besonders morgens), Depression, Stressintoleranz, Ein- und Durchschlafstörungen, Hitzewallungen, Schweißausbrüche, evtl. auch im Wechsel mit Frösteln, Nachlassen der Merkfähigkeit, Sodbrennen, Kopfschmerzen, fortschreitende Gewichtszunahme, Trockenheit der Haut und Schleimhäute wie Vagina, Auge, Nase oder Mund, Haarausfall, brüchige spröde Nägel und Haare, vermehrte Hornhautbildung an den Füssen, Luftnot bei Belastungen, Herzstolpern oder Herzjagen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Inkontinenz, Osteoporose, Glaukom (grüner Star), Gelenkbeschwerden, Bluthochdruck, Fettleber, Karpaltunnel-Syndrom, Dupuytrensche Kontraktur, Gelenkbeschwerden, Gelenkknacken, Schließmuskelschwäche, M. Parkinson, Cholesterinerhöhung. Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Durchfall, Verstopfung, Ödeme (Schwellungen und Wasseransammlungen), Verringerung der sexuellen Lust, Zyklusstörungen, unerfüllter Kinderwunsch

Der Alterungsprozess

 

Einzeller wie z.B. das Pantoffeltierchen zeigen bis zuletzt vollen Einsatz und sterben dann von einer Sekunde zur anderen. Nicht so der Mensch - er stirbt auf Raten wie auch die verwandten Säugetiere.

 

Ab dem 35. bis 40. Lebensjahr lassen die Zellkraftwerke, die Mitochondrien, in ihrer Leistung nach. Damit kommt es zu einer schleichenden Leistungseinbuße der Organe inklusive der hormonproduzierenden Drüsen. Dieser Alterungseffekt ist zum Teil genetisch bestimmt. Es kommt aber auch zu zunehmenden Fehlern bei der Teilung der Zellen und den darin eingebetteten Mitochondrien. Vordergründig können wir diesen Effekt an der nachlassenden Sehkraft, zunehmenden Faltenbildung und der Entstehung grauer Haare erkennen. Die Qualitätseinbußen sind aber auch an anderen Organen messbar. Bei Frauen kommt es nach diesen noch leichten  Veränderungen zum abrupten Eintritt in eine neue Lebensphase durch die Menopause. Auch der Zeitpunkt der Menopause ist vorwiegend genetisch bestimmt. Die Menopause ist definiert als der Zeitpunkt der endgültig letzten Regelblutung. Durchschnittlich kommt es zur Menopause im 50. Lebensjahr. Man spricht auch vom Zeitraum der Perimenopause und meint damit den Zeitraum von ca. 4 Jahren, welcher 1 Jahr nach der Menopause von der Postmenopause abgelöst wird. Wir erkennen: grau ist alle Theorie und die Neigung der Wissenschaftler, Zeiträume und Zeitpunkte zu definieren ist von begrenztem Wert. Tatsächlich ist nicht immer alles so klar. Kommt es noch einmal nach der Menopause zu ein oder 2 kleineren Schmierblutungen – wann ist dann der Zeitpunkt der Menopause? Klar ist, dass die Menopause nicht aus heiterem Himmel bei voll funktionstüchtigen Eierstöcken kommt. Es kommt eben meist zu Unregelmäßigkeiten und wechselnden Beschwerden. Spätestens nach der Menopause kann das Befinden gut mit naturidentischen Hormonen beeinflusst werden. Wir sprechen hier auch von Anti-Aging, denn das ist zwangsläufig mit der Therapie verbunden. Daraus folgt, dass auch durchaus älteren Patientinnen, auch über 70 erstmals behandelt werden können. Die älteren Patientinnen glauben meist, dass es nicht mehr notwendig sei, denn sie haben ja die Wechseljahresbeschwerden überstanden. Wirklich? Oder bestehen immer noch Schlafstörungen? Häufig lässt sich auch in dieser Altersgruppe durch naturidentische Hormone viel verbessern. Allerdings ist es notwendig, mit der Wahl der Hormone und der Dosis behutsamer vorzugehen. Wenn Schlafstörungen durch eine geringe Dosis naturidentische Hormone gebessert werden können so behaupte ich an dieser Stelle, dass es ein Kunstfehler ist, diesen Patientinnen einzig und allein Schlafmittel zu verordnen, die abhängig machen. Ältere Patienten müssen nachts häufig Wasser lassen und leiden oft ohnehin unter Gleichgewichtsstörungen. Schlafmittel verstärken die Benommenheit  und „Taumeligkeit“, ein Umstand, der häufig Stürze mit Oberschenkelhalsfrakturen und anderen Knochenbrüchen oder Platzwunden bedingt. Auch die Osteoporose, die das Knochenbruchrisiko erhöht, kann durch Progesteron günstig beeinflusst werden. Es gibt also gute Gründe für diese natürliche Hormontherapie.

 

 

Diagnostik als Basis der Therapie

 

Wir begeben uns hier auf das Gebiet der Endokrinologie. So können Hormonanalysen die Leistungseinbußen an den Drüsen wie Schilddrüse, Nebennieren und Eierstöcken nachweisen. Ich habe deshalb in Anlehnung an Hormonexperten wie Dr. Rimkus, Kiel, und Dr. Platt, Palmsprings/USA, ein Hormonlaborprofil erstellt, welches die Defizite erkennen lässt. Frauen und Männer haben dabei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Bei Frauen, die noch die Regel haben, sollte die Hormonbestimmung am 21. Tag des Zyklus erfolgen, da sonst der Wert für Progesteron nicht aussagekräftig ist. Bei Frauen jenseits der Menopause kann die Bestimmung an jedem beliebigen Tag erfolgen.

 

 

Warum naturidentische Hormone?

 

In Bezug auf die Hormontherapie bestehen zahlreiche negative Vorurteile, bedingt durch die Erfahrungen mit der Therapie mit künstlichen Hormonen und die Einstellung, dass das Nachlassen der Leistungsfähigkeit der Hormondrüsen nun einmal zum normalen Altern dazugehört und dass man das schließlich in Kauf zu nehmen hätte.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die Therapie nur in Form von natürlichen Hormonen erfolgt. Künstliche Hormone gehören nicht in den weiblichen Organismus! Das ist den Patientinnen oft nicht klar. Die bei uns verordneten natürlichen Hormone haben nichts mit den chemischen Hormonen gemein, die von Pharmakonzernen hergestellt werden.

 

Nachdem ich in meiner Praxis einige Frauen mit Brustkrebs behandelt hatte fragte ich mich, warum denn dieser Krebs so häufig ist. Ich hatte die „Pille“ in Verdacht. Hier widersprach mir ein Gynäkologe auf einer Fortbildung und ich wusste nicht, wie ich zur Bestätigung des Verdachts kommen sollte. Auf mein Argument, dass der Brustkrebs in Entwicklungsländern fast unbekannt sei, entgegnete mir der Gynäkologe, dass dort durch die Sonne auch die Vitamin-D-Versorgung besser sei und dadurch das Immunsystem gestärkt würde. Das war nicht von der Hand zu weisen, aber mein Verdacht blieb. Dann hörte ich bei einer Fortbildung bei Dr. Platt von der Statistik, dass das Brustkrebsrisiko vor der „Pillenära“ in Deutschland 1:100 war und jetzt 1:7!

 

Eine auf 7 Frauen erkrankt an Brustkrebs! Das ist eindeutig zu viel! Anstatt hier weitere Ursachenforschung zu betreiben, habe ich den Eindruck, dass man das Kind absichtlich in den Brunnen fallen lässt, weil ja daraus ein gigantisches Geschäft resultiert. Wer sägt schon gerne an dem Ast, auf dem er sitzt. Zwei Gynäkologinnen auf der Fortbildung in der Reihe hinter mir verteidigten dennoch die „Pille“ und meinten, sie müssten es jungen Mädchen weiterhin verschreiben. Patientinnen vertrauen ihren Ärzten! Ich habe nichts dagegen, wenn Gynäkologen die Pille weiter verschreiben, aber ich fordere, dass die Patientinnen wenigstens über das Risiko aufgeklärt werden. Dass die Antibabypille auch ein Vitaminräuber ist, scheint den wenigsten Gynäkologen geläufig. Jedenfalls habe ich noch nicht gehört, dass sie darüber aufklären.

 

Künstliche Östrogene und Gestagene sind nicht nebenwirkungsfrei. Das Gestagen soll ein Progesteron-Ersatz sein. Dabei unterscheidet sich das  Gestagen vom natürlichen Progesteron erheblich! Die künstlichen Hormone werden aus Stuten­urin gewonnen. Das Stutenurin-Hormon passt nicht zum Organismus der Frau.

 

Dieses Hormon ist aber in dieser Form noch nicht patentierbar und deshalb auch nicht profitabel. Es muss also noch verändert werden. Deshalb wird eine chemische Struktur an das Molekül angeflochten und dann ist es schließlich perfekt - zumindest für die Aktionäre des produzierenden Pharmakonzerns, nicht aber für die Patientin, denn dieses künstliche Hormon ist schwer für die Leber abbaubar und nebenwirkungsreich!

 

 

 

 

 

 

Die Produktion der naturidentischen Hormone

 

Ich arbeite ausschließlich mit naturidentischen Hormonen, die nicht patentierbar sind und deshalb nur von wenigen Apotheken in Deutschland hergestellt werden. Das Rohprodukt für das Progesteron ist die Yams-
wurzel. Sie entspricht glücklicherweise in ihrer Strukturformel fast dem natürlichen Progesteron. Es muss eine kleine Änderung am Molekül vorgenommen werden und wir erhalten das naturidentische Progesteron. Wie im Körper kann aus dem Ausgangshormon Progesteron auch im Labor  naturidentisches Östradiol und Testosteron gebildet werden. Beim Mann bildet sich im Körper mehr Testosteron als Östradiol und bei der Frau umgekehrt. Außerdem setzen wir noch naturidentisches DHEA ein. Alles wird nach den Laborergebnissen und individuellen Befinden der Patientin dosiert. Dabei ist die Änderung des Befindens entscheidender für die evtl. notwendige Dosisanpassung als das Laborergebnis.

 

 

Hormontherapie bei Frauen mit Gebärmutterentfernung oder Total-Operation

 

Frauen, bei denen die Gebärmutter und die Eierstöcke (Total-OP) entfernt wurden, benötigen in jedem Fall Hormone, um vorzeitiges Altern zu vermeiden, sofern keine frühere Krebserkrankung eine Östradioltherapie verbietet. Aber auch, wenn nur die Gebärmutter entfernt wurde, ist eine Hormontherapie zumindest ab einem bestimmten Alter in Abhängigkeit von Laborwerten empfehlenswert, da sich bei solch einem Eingriff die Blutversorgung der Eierstöcke verschlechtert und daher die Hormonproduktion noch stärker leidet als bei Frauen ohne Eingriff. Natürlich profitieren auch die Letztgenannten von der naturidentischen Hormontherapie.

 

 

 

Die Rücksprache mit dem behandelnden Gynäkologen

 

Wenn ich Frauen die Therapie mit naturidentischen Hormonen empfehle, teilen sie mir oft mit, dass sie meinen Vorschlag mit ihrem Gynäkologen besprechen möchten. Den Wunsch kann ich verstehen, da der Gynäkologe oder die Gyäkologin auch Arzt/Ärztin des Vertrauens ist, aber ich muss häufig klarstellen, dass Gynäkologen ein großes fachliches Wissen haben, aber eben nicht unbedingt in Bezug auf naturidentische Hormone. Ich erkenne deshalb nur Gynäkologen als Hormonberater an, wenn sie sich mit naturidentischen Hormonen befasst haben, was selten der Fall ist. Diesen Standpunkt hielten die Gynäkologen, mit denen ich während der Hormonfortbildung sprach für angemessen und richtig.

 

Frauen können gerne mit ihren Gynäkologen über die naturidentischen Hormone sprechen. Wenn der Gynäkologe der neuen Behandlung zustimmt, gibt es kein Problem. Wenn er es nicht tut, muss sich die Patientin entscheiden. Diese Entscheidung kann ich ihr nicht abnehmen. Ich kann nur raten, die natürliche Hormontherapie einfach zu versuchen. In der Diskussion mit dem Gynäkologen ist es sicherlich hilfreich, wenn die Patientin das Buch von Dr. Platt, „Die Hormon Revolution“ gelesen hat. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben.  Wenn sich der Erfolg einstellt, wird es schwerfallen, die Therapie wieder abzusetzen, obwohl dies jederzeit möglich ist. Die Reaktionen der Gynäkologen sind ganz unterschiedlich. Manche akzeptieren die naturidentischen Hormone, einige lehnen sie strikt ab und wenige bieten selbst die Therapie an. Daran ist schon erkennbar, dass es für Gynäkologen keine standardisierte Ausbildung zu diesem Thema gibt.  

 

Ich möchte wissen, wie es meinen Patientinnen unter der neuen Therapie zuhause geht und deshalb ist es von Zeit zu Zeit notwendig, die Therapie zu besprechen und mit der Patientin gemeinsam zu entscheiden, ob eine Dosisanpassung notwendig erscheint. Diese Beratungen sowie die Laborkontrollen sollten mindestens 2x/ Jahr stattfinden.

 

Nun zum Vorgehen:

 

Wie beim Endokrinologen ist die Basis der Therapie die Hormonanalyse und die Hormonanamnese. Per Blutabnahme oder Speicheltest werden die Hormonwerte ermittelt. Bei der Fernbehandlung wird Ihnen der Test-Set zur Speichelhormonbestimmung zugesendet. Sie können die Proben einfach mit der beiliegenden Versandtasche in den Briefkasten stecken.

 

Während der Anamnese werden gezielte Fragen zu hormonbezogenen Beschwerden gestellt. Die Auswertung des Fragebogens gibt zusätzlichen Aufschluss über den Schweregrad des Hormonmangels. Ein weiteres Arztgespräch findet statt, um nach den Ergebnissen der Hormonanamnese und -analyse die Therapie festzulegen. Darauf erfolgt die Verordnung. Es gibt nur wenige Apotheken, die die Präparate herstellen. 3-5 Werktage nach der Verordnung wird das Präparat zugesandt und die Anwendung kann erfolgen. Die Hormone sind in einer Creme oder in Kapseln enthalten. Die Wirkstoffe gehen bei Cremes durch die Haut und bauen in der Regel genau so gute Hormonspiegel auf wie bei der Einnahme der Kapseln. Ist durch die Nachbetreuung die individuell passende Dosierung schließlich gefunden, so kann sie in der Regel langfristig beibehalten werden und bedarf nur noch weniger Kontrollen (2x/Jahr).

 

Was können die Hormone leisten?

 

Progesteron

Progesteron ist das wichtigste Hormon in den Wechseljahren und im Alter. Es fördert die Senkung des Insulinspiegels, kann also einem Diabetes mellitus vorbeugen oder die Blutzuckerwerte bei Diabetes etwas verbessern. Progesteron wirkt der Vergesslichkeit entgegen, gilt als Schutzfaktor gegen Alzheimer und Depression. Progesteron und Vitamin D3 wirken gegen Osteoporose und verbessern sie sogar. Progesteron wird auch als Schutzfaktor nach Brustkrebs angesehen und kann hier gegeben werden, sofern nicht ein Brustkrebs vorhanden war der sich als progesteronrezeptor-positiv herausstellte. Auf die Gabe von Östradiol sollte hier verzichtet werden.

 

Östradiol und Östriol

Sie zählen zu den Östrogenen. Die Meinungen über die Verordnung von natürlichen Östrogenen gehen auseinander. Dr. Platt versucht, auf die Gabe zu verzichten und gibt diese Hormone, wenn der Entzug nach Absetzen von künstlichen Östrogenen zu stark ist. Das kann ich in jedem Fall bestätigen. Auch ich hatte schon Patientinnen, die nach Absetzen der künstlichen Östrogene unter starken Hitzewallungen und Schlafstörungen litten. Hier machen die Frauen die neue Therapie nicht mit, wenn nicht auch übergangslos Östradiol und evtl.Östriol verordnet wird.

 

Dr. Platt gibt es auch bei Frauen, wenn Progesteron und DHEA allein nicht ausreichend gegen Schlafstörungen, Schweißausbrüche und Hitzewallungen wirksam sind. Er sagt, dass wohl schlanke Frauen von der Gabe mehr profitieren als Übergewichtige, da die Schlanken weniger Östrogene im Fettgewebe produzieren. Dr. Rimkus gibt grundsätzlich Östradiol ab den Wechseljahren. Ich tendiere in Bezug auf Östradiol mehr zum Vorgehen nach Dr. Rimkus. Wenn wir davon ausgehen, dass alle Hormone Kennzeichen von Jugendlichkeit sind, spricht nichts dagegen, dass wir auch Östradiol und evtl. Östriol „auffüllen“, obgleich die Dosierung hier deutlich geringer als beim Progesteron gewählt wird. Allerdings starte ich in der Regel mit Progesteron, um zu sehen ob es allein ausreicht und um die optimale Dosis zu finden. Später kann Estradiol dazu gegeben werden. Es ist sehr problematisch, wenn gleich beide Hormone von Anfang an verordnet werden und es dann zu Problemen kommt. Dann kommen gleich 2 Stellschrauben zur Regulierung in Frage, aber welche wählt man?  

 

Nur bei Brustkrebs verzichten wir auf Östradiol, da in diesem Fall ein Risiko bei hormonabhängigem Brustkrebs von Östradiol ausgehen kann. Allerdings ist dann die Gabe des Östriols noch möglich. Bei zunehmendem Alter der Patientinnen folge ich auch der Empfehlung von Dr. Rimkus, der dann kein oder nur sehr wenig Östradiol verordnet.

 

DHEA

DHEA wird bei der Frau zu 3/10 in den Eierstöcken und zu 7/10 in den Nebennieren gebildet. Je nach Bedarf wird auch aus DHEA Testosteron oder Östrogen gebildet, bei Männern und Frauen im unterschiedlichen Verhältnis. DHEA wird auch als das eigentliche Anti-Aging-Hormon bezeichnet, denn es scheint ein Zusammenhang zwischen langem Leben und hohen DHEA-Werten zu bestehen. DHEA verbessert das Immunsystem und wirkt der Entstehung von Krebs und Arthritis entgegen. Es vermindert die Oxidation des schlechten LDL-Cholesterins und schützt deshalb die Herzkranzgefäße. Das oxidierte LDL-Cholesterin ist ein wesentlicher Faktor für die Arteriosklerose-Entstehung und wird leider in der modernen Kardiologie noch wenig beachtet. Ich gehe gerne den Ursachen auf den Grund und wir können auch solche Speziallaborwerte ermitteln. DHEA wirkt wie Progesteron insulinsenkend, vermindert Heißhungerattacken und wirkt ebenfalls dem Diabetes mellitus entgegen. Bei DHEA sollte die Patientin jedoch etwas Geduld mitbringen, da die Wirkung häufig erst nach 3 bis 4 Monaten entfaltet wird.

 

Die Schilddrüse

Nicht selten leiden Patientinnen unter einer Unterfunktion der Schilddrüse. Die Überfunktion ist deutlich seltener. Symptome der Unterfunktion können auch schon bei Schilddrüsenhormonspiegeln im unteren Normbereich auftreten. Das äußert sich u.a. in Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Haarausfall, brüchigen Nägeln, Gewichtszunahme oder erschwerter Abnahme bei Diäten. Deshalb kann eine zusätzliche Laboruntersuchung der Schilddrüsenhormone Sinn machen. Patientinnen, die bereits ein Schilddrüsenhormon wie L-Thyroxin erhalten, können trotzdem Symptome der Unterfunktion aufweisen und nicht nur wenn das Hormon zu niedrig dosiert ist. Es gibt noch ein anders Phänomen: die Konversionsstörung. In diesem Fall wird das L-Thyroxin (T4) nicht ausreichend in die stoffwechselaktive Form T3 konvertiert (umgewandelt). Die Folge ist eine Unterfunktion bei normalen bis hohen T4-Spiegeln. Patientinnen, die bei einer Diät kaum abnahmen, konnten auf einmal mehrere Kilo Gewicht verlieren, nachdem dieses Problem aufgedeckt und behandelt wurde. Es ist bedauerlich, dass die Hormonspiegel im niedrigen Normbereich und die Konversionsstörung in der Schilddrüsendiagnostik oft zu wenig Beachtung finden.

 

 

Persönliche Anmerkung

Die Ausführungen zu den Hormonen mögen teilweise etwas verwirrend erscheinen. Es gibt keine auf wissenschaftlichen Studien basierenden
exakten Empfehlungen, sondern nur die Empfehlungen, die dem Erfahrungsschatz der Hormonexperten wie Dr. Lee, Dr. Platt und Dr. Rimkus entspringen. Das Vorgehen ist dennoch einfach. Nach der Hormongabe müssen von Zeit zu Zeit die Laborwerte überprüft werden und die Patientinnen nach ihrem Befinden befragt werden. Dann wird man für jede Frau die Idealdosis finden.

 

Selbst machte ich bei meinen Patientinnen positive Erfahrungen mit Weichteilrheumatismus. Wenn Rheuma in den oder nach den Wechseljahren einsetzte, so hatte ich die Idee, dass es mit der Schwäche der Hormonsysteme zusammenhängen könnte. Ich verordnete dann die Hormone und tatsächlich konnten die Kortisondosen bei Weichteilrheuma weiter gesenkt werden als sonst üblich. Obwohl dies Einzelfälle sind und noch keine beweisende Studie vorliegt, halte ich diesen zusätzlichen Therapieansatz für empfehlenswert, zumal keine gefährlichen Nebenwirkungen auftreten können.Heute ist Rheuma auch mit biologischen Therapien oft gut beinflussbar, z.B. mit Weihrauch und Curcurmin in hohenn Dosen. Auch bei sonst gesunden Frauen erscheint mir die Therapie mit naturidentischen Hormonen wirksam, hilfreich und empfehlenswert.

 

Sonderfall: Spezielle Therapie bei Inkontinenz

 

Bei Harninkontinenz haben wir eine spezielle Hormonanwendung, die nur vorübergehend oder im Intervall notwendig ist und eine Stärkung der Beckenbodenmuskulatur bewirkt.

 

 

Kosten der Therapie

 

Initiale Kosten:

Die Kosten für das Erstgespräch (bis zu 30 Min.) betragen 120,-€. Nach Zusendung des Laborsets und Bestimmung der Speichelhormone (Ergebnis wird Ihnen zugesendet) erfolgt ein kürzeres Gespräch (20,-€) mit Erklärung der Hormonwerte und der geplanten Therapie, welche dann gleich zur Verordnung führt, sofern indiziert. Die anfängliche Hormonbestimmung kostet 110,60€ (wird direkt vom Labor in Rechnung gestellt).

 

Für die Langzeittherapie ist alle 6 Monate ein Gespräch (60,-€) notwendig. Auch sind 2x/Jahr Speichelhormonkontrollen notwendig: Progesteron und Östradiol (47,-€).  Das entspricht 214,-€ für die jährliche Betreuung ohne Apothekenkosten. Bei Anwendung von Östradiol empfehle ich zur Sicherheit einmalig den Estronex-Labortest für 64,34 €. Mit dem Test können eventuell schädliche Abbauprodukte des Östradiols erkannt werden. Bei der Anwendung der anderen Hormone ist der Test nicht notwendig. Es gibt viele Frauen, die mit der Progesteronanwendung allein auskommen.

Auf Wunsche sind weitere Laborbestimmungen und Gespräche möglich.

 

Die Abrechnung erfolgt über die gültige GOÄ. Für die Berechnung können Beratungsziffern und Analogziffern mit einem Steigerungsfaktor > 3,5 zum Ansatz gebracht werden. Es ist wahrscheinlich, dass die Gebühren nicht in vollem Umfang von den Privaten Krankenkassen, der Post-B oder KVB erstattet werden. Gerne senden wir Ihnen eine genauere Aufschlüsselung zu den in Ansatz gebrachten Gebührenpositionen. Eine Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist ausgeschlossen. Zugesandte Labor-daten, die durch andere Ärzte veranlasst wurden, werden akzeptiert.

 

Die Betreuung im Rahmen der Therapie mit naturidentischen Hormonen ersetzt nicht regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen. 

 

Die Kosten für die Therapie mit naturidentischen Hormonen betragen ca. 0,54 – 1,10 € pro Tag in Abhängigkeit von der täglichen Dosis.

 

Der Aufwand lohnt sich, da der Einsatz mit einem deutlichen Gewinn an Lebensenergie und -qualität  belohnt werden kann.

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Dr. med. Thorsten Muthorst