Werdegang und ärztlicher Standpunkt

Geprägt durch die Lebensart an der Westküste Schleswig-Holsteins verließ ich nach dem Abitur und Wehrdienst meine Heimatstadt Brunsbüttel und absolvierte das Studium der Humanmedizin in Frankfurt a. M.. Meine Dissertation über die Thematik der Platinsalzallergie bei Mitarbeitern der Degussa AG in Hanau beendete ich ebenfalls während des Studiums in Frankfurt a. M..

In der Rheuma-Klinik Bad Bramstedt, Schleswig-Holstein, sammelte ich als Arzt im Praktikum wertvolle Erfahrungen in der Diagnostik und Behandlung von rheumatisch und orthopädisch erkrankten Patienten. Gleichzeitig nahm ich zusätzliche Ausbildungsangebote wahr und begann mit der therapeutischen Lokalanästhesie und Neuraltherapie, welche nach wie vor wertvolle Säulen in der Schmerztherapie darstellen.

Meine nächste Stelle trat ich in der Spessartklinik Bad Orb, einer Reha-Klinik für Herzkreislauferkrankungen, an. In den 7 Jahren meiner Stationsarzttätigkeit betreute ich ca. 3000 Patienten mit den unterschiedlichsten Erkrankungen. Dadurch erlangte ich unter anderem die Fähigkeit, meistens schon in den ersten Minuten entscheiden zu können, ob ein Patient wirklich ein kardiales Problem hat oder ob andere Ursachen für Brustschmerzen oder Atemnot vorliegen. Ich wurde ausgebildet in klassischer internistischer Therapie und Diagnostik wie Bauchultraschall, Herzultraschall, Schilddrüsenultraschall, dopplersonographischen Gefäßuntersuchungen, Bewertung von EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG , Lungenfunktion und Notfallmedizin.

Ein großer Anteil von Patienten litt aber auch unter Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, sodass ich meine in der Rheumaklinik erlernten Methoden vertiefen und erweitern konnte. Ich absolvierte die Ausbildung in der Akupunktur mit dem Abschluss des „Diplom A“ der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA). Gleichzeitig begann ich mit den ersten Schritten in der Homöopathie.

In den Diensten betreute ich die Kinderabteilung der Spessartklinik Bad Orb, welche mit ca. 300 Kindern aller Altersstufen belegt war. Unter Anleitung des Chefarztes der Kinderabteilung konnte ich in der Pädiatrie wertvolle Erfahrungen sammeln.

Nach meiner Ausbildung  „Naturheilverfahren“ machte ich mich im Jahre 2000 selbständig mit meiner Privatpraxis für ganzheitliche Medizin. Das Ziel dieser Praxis ist es, Patienten individuell zu betreuen und eine echte Prävention zu erreichen, bzw. eine Heilung für jene, die unter akuten oder chronischen Erkrankungen leiden. Weitere Qualifikationen wie beispielsweise die Ausbildung in der klassischen Homöopathie bei dem weltweit anerkannten Homöopathen Georges Vithoulkas folgten. Neben selbstverständlichen Fortbildungen über schulmedizinische Themen richtet sich mein Interesse in der Weiterbildung auf Themen wie Homöopathie, Kräutermedizin, energetische Medizin, Well-Aging, Therapie mit naturidentischen oder auch bioidentischen Hormonen für Frauen und Männer und orthomolekulare Medizin. Außerdem machte ich die Ausbildung in Isulinpotenzierten Therapie ( IPT oder IPTLD), welche es erlaubt, die Dosis nebenwirkunsreicher Medikamente bei ernsthaften Erkrankungen durch vorherige Insulingabe zu vermindern. 

Im Jahre 2012  übernahm ich die Stelle als Chefarzt im Regena Gesundheits-Resort & SPA ich unter Fortführung meiner Privatpraxis. Im Sommer 2018 wechselte ich die Selle und wurde medizinischer Direktor im MedizinZentrum Bad Salzhausen. Diese medizinische Abteilung eines Gesundheitshotels  betreute überwiegend Patienten aus den meisten asiatischen Ländern. Mit der Coronakrise und dem Ende der Reisefreiheit musste das MedizinZentrum Bad Salzhausen schließen.

 

Am meisten Freude machte mir immer die direkte Arbeit mit dem Patienten. Deshalb entschied ich mich, die Selbständigkeit im vollen Umfang dauerhaft wieder aufzunehmen. Die kleine Praxis in dem Dorf Züntersbach an meinem Wohnort ist  landschaftlich wunderschön gelegen, aber schwer erreichbar. Meine Patienten aus der ehemaligen Praxis Alzenau fahren zum Teil bis zu 100 km zu meiner Behandlung. Das wollte ich meinen Patienten nicht weiter zumuten und entschied mich deshalb, den Sitz der Hauptpraxis nach Frankfurt am Main zu verlegen. Dabei ergab sich der glückliche Zufall, dass Frau  Marianne Krug, welche sich als Ärztin und Hormoncoach einen exzellenten Ruf erarbeitet hat, altersbedingt ihre Arbeit reduzieren wollte. Außerdem war es aufgrund ihrer früheren naturheilkundlichen Arbeit als Hausärztin für sie  unbefriedigend, dass sie den diesbezüglichen Anfragen ihrer Patienten nicht mehr gerecht werden konnte. So bot sich mir die Chance, die Versorgungslücken in Gemeinschaft mit Frau Krug zu schließen. Wir praktizieren gemeinsam seit dem 30.9.2020.

In den Büchern  „Die Homöopathie C.M. Bogers – Grundlagen und Praxis – Band I“  und  „HPU und dann …? Beschwerden und Erkrankungen infolge von Pyrrollurie“ wurden meine homöopathischen Analysen bzw. meine Erfahrungsberichte veröffentlicht.  

Im ärztlichen Bereitschaftsdienst konnte ich wichtige Erfahrungen in der Notfallmedizin  sammeln. Von  1998 bis 2008 nahm ich regelmäßig am ärztlichen Bereitschaftsdienst in Gelnhausen, Hanau und Seligenstadt teil.

Bereits als Kind erfuhr ich intuitiv, wie wichtig es für unser Befinden und unsere Gesundheit ist, mit den Elementen der Natur im Einklang zu stehen. Ein kurzes meditatives Eintauchen in die Stimmung einer Marschlandschaft in der Dämmerung, das Wahrnehmen sanft aufsteigender Nebel aus den Senken und Gräben, kann für unsere Stimmung und damit auch für unsere Gesundheit weit mehr bedeuten als die modernsten Computertomographen dieser Welt. Damit möchte ich nicht sagen, dass wir ohne die Möglichkeiten der modernen Medizin auskommen. Sie bietet uns Methoden in der Diagnostik und Therapie, die vor 50 Jahren noch undenkbar gewesen wären. Dennoch gilt: die Heilchancen in der Natur zu erkennen und geerdet zu sein, sind die wichtigsten Voraussetzungen für Heilung und Gesundheit. Diese traditionelle, archaische Betrachtungsweise muss keinesfalls im Widerspruch zum Lebensstil in der modernen Gesellschaft stehen. Wie Yin und Yang, welche im Taiji-Symbol* als scheinbare Gegensätze ineinander fließen, ergänzen sich beide Komponenten zum Vollkommenen, ebenso wie die moderne Hightech-Medizin und die traditionellen naturheilkundlichen Methoden. So wird in der fernöstlichen Medizin grundsätzlich Krankheit als Ungleichgewicht von Yin und Yang betrachtet. Ziel der therapeutischen Maßnahmen ist es, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Wenn man sich mit dem Symbol beschäftigt und die Prinzipien verinnerlicht hat, so kann man in allen Lebensprozessen das Zusammenspiel von Yin und Yang wahrnehmen. Auch bei meinen Vorlesungen in China und Thailand betone ich immer wieder die Bedeutung für das innere Gleichgewicht, Gesundheit und Frieden. Gerade für viele chinesische Patienten, die durch Geschäfte und Profitstreben innerlich und äußerlich getrieben sind, ist das Wiederauffinden der alten Pfade der traditionell chinesischen Weisheiten sehr wichtig, um das Wesentliche für sich erkennen zu können.

 

Auf der Basis von Yin und Yang, der Weisheit der alten Meister und Heiler der Medizin und mit dem mir vermittelten Erfahrungsschatz durch einige hochqualifizierten Kollegen, die oft zu Freunden wurden, konnte ich in Dankbarkeit das Ziel verfolgen, ein umfassendes, eben ganzheitliches Feld der Medizin zu entwickeln, auf welchem sich zum Wohle des Patienten moderne Prinzipien der Hightech-Medizin mit klassischen Naturheilverfahren und energetischen Heilmethoden vereinen.


 

* Taiji-Symbol: 

Prinzip der Polarität in der chinesischen Philosophie. Es bezeichnet in der daoistischen Tradition vor allem die Einheit der komplementären Polaritäten (sich ergänzenden Gegensätze) Yin und Yang

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Dr. med. Thorsten Muthorst