Therapie der MCS

Die Behandlung der MCS ist schwierig und aufwendig, sodass deshalb einige Therapeuten bereits die Flinte ins Korn geworfen haben.

Schadstoffe meiden:

Am wichtigsten für die Betroffenen ist es, Schadstoffe zu meiden. Ernährungsmäßig sind naturbelassene biologische Nahrungsmittel ohne Zusatzstoffe wichtig. Alkohol ist zu meiden, aber das tun die Patienten bereits von sich aus, da die Verträglichkeit schlecht ist. Die Wohnung sollte schadstoffarm eingerichtet werden. Am besten sind Bodenbeläge aus Fliesen und Wandbeläge aus natürlichen Stoffen oder Tapeten mit emissionsarmem Anstrich. Ich erinnere mich an eine Patientin, die auch auf natürliche Lehmwände symptomatisch war. Es empfiehlt sich, so wenig wie möglich zu renovieren und schadstoffarme Möbel zu wählen ohne Formaldehyd und Lackierung. Die Oberfläche darf höchstens mit einem natürlichen Öl bearbeitet sein.

Auch die Wahl des PKW stellt ein Problem dar. Neuwagen haben eine hohe Emission von Weichmachern und anderen Stoffen des Kunststoffs. Deshalb ist ein Gebrauchtwagen, bei dem diese Stoffe zum Teil abgebaut sind, empfehlenswert. Die Patientin mit der Unverträglichkeit auf Lehmwände berichtete mir zu diesem Thema, dass sie einen gebrauchten Pkw im Winter gekauft habe. Als der Sommer mit höheren Temperaturen kam, waren damit höhere Emissionen im Auto verbunden, welche zu einer Symptomatik führten. Es gibt also kein Patentrezept. Gutes Lüften im Auto ist eben auch nur bei höheren Temperaturen möglich. Auch die Emission von Abgasen Feinstaub im Stadtverkehr oder im Stau belasten die Patienten.

 

Grundsätzlich ist ein Leben auf dem Lande mit weniger Schadstoffexposition zu bevorzugen. Allerdings werden in der industriellen Landwirtschaft auch Massen von Giften freigesetzt. Es gibt einige naturbelassene Landschaften in Deutschland die durch Forstwirtschaft und Viehhaltung bestimmt sind. Diese Gegenden sind prinzipiell besser geeignet für MCS Patienten, aber auch hier gibt es Probleme wie zum Beispiel die Emission durch Holzfeuerung. Außerdem kann sich nicht jeder MCS Patient seinen Lebensraum einfach aussuchen, weil er doch häufig durch Familie und Beruf an bestimmte Orte gebunden ist.

Giftige Amalgamfüllungen sollten von einem erfahrenen Zahnarzt mit einer guten Absaugvorrichtung entfernt werden. Trotzdem kann dabei verstärkt Quecksilber freigesetzt werden und eine effektive Chelat-Therapie zur Ausleitung ist notwendig.

Auch klassische allopathische Medikamente sollten vermieden werden. Leider trifft dies häufig auf die Ignoranz vieler Ärzte, die den Patienten schlicht nicht glauben, wenn sie über ihre Erfahrungen mit Medikamenten berichten. Wie sagte einmal ein naturheilkundlich tätiger Zahnarzt auf dem naturheilkundlichen Kongress in Baden-Baden: „ …und wenn der Arzt nicht fähig genug ist, eine Krankheitsursache zu finden, dann hat der Patient gefälligst bekloppt zu sein!“. Der Kollege spricht mir aus der Seele, denn es ist tragisch, dass Patienten als psychisch krank abgestempelt werden und einen langen Leidensweg beschreiten müssen, bis sie endlich auf einen Therapeuten stoßen, der die richtige Diagnose stellt. Bei MCS-Patienten soll dies durchschnittlich 2 Jahre dauern.

 

Therapie mithilfe von Nahrungsergänzungen und Medikamenten:

grundsätzlich sollte man sich in der Therapie nicht nur auf Nahrungsergänzungen oder Medikamente konzentrieren, sondern auf eine vollwertig biologische Ernährung.

Die Entgiftungsphase zwei kann u.a. durch bestimmte Gemüsearten wie Kresse, Brokkoli, Kohlrabi und Rosenkohl unterstützt werden. Auch Curcumin aus der Gelbwurz leistete einene gute Unterstützung.

Nahrungsergänzungen, welche die Entgiftungsreaktionen unterstützen können, sind:

Glutathion, Alpha-Liponsäure, Vitamin E, C, D, B2, B6, Folsäure, Coenzym Q, Omega-3-Fettsäuren, Curcumin, Selen und die Aminosäuren L-Carnitin, Glutamin, Cystein, Glycin, Taurin.

Gute Erfahrungen habe ich auch mit der Chelat-Therapie gemacht, weil hier die Grundlast der Schwermetalle reduziert wird und allein dadurch die Entgiftungsmechanismen wieder verbessert werden. Außerdem wird bei der von mir zusammengestellten Chelat-Therapie generell die Entgiftung auch für nicht metallische Schadstoffe verstärkt. Eine Entfernung von evtl. vorhandenen Amalgam-Füllungen ist in jedem Falle empfehlenswert.        

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Dr. med. Thorsten Muthorst